Prototypen

Der Architektur- und Designwettbewerb adream 2010 präsentiert seine Prototypen

Als in 2009 die Vorbereitungen für den Wettbewerb ADREAM begannen, wurde mit der Ausrichtung auf einen Ideenwettbewerb der Vorstellung Rechnung getragen, neue Anwendungen für nachwachsende und ökologische Materialien in Architektur und Design zu entwickeln. Um einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Produkt- und Baukultur zu leisten, erhielten die besten Entwürfe neben dem Preisgeld auch ein Budget zur Prototypenentwicklung. Firmen und Institute aus der Picardie und Thüringen konnten für die Umsetzung der Entwürfe gewonnen werden. Dabei konnten neue Techniken zur Verarbeitung der nachwachsenden Materialien erprobt und darüber hinaus Forschungsansätze identifiziert werden. Die Ergebnisse der Prototypenentwicklung wurden auf dem Innovationstag in Erfurt am Donnerstag den 24.11.2011 vorgestellt.

InnovationstagThüringen2011InnovationstagThüringen2011InnovationstagThüringen2011

 

Bambus Leichtbau-Platte

Bei der konventionellen Herstellung von Plattenmaterial aus Bambus fallen aufgrund der Rohrgeometrie üblicherweise bis zu 60% Verschnitt an. Mit der Bambus-Leichtbau-Platte entwickelte der Student Wasilij Grod aus Weimar eine effiziente Nutzungsmöglichkeit für diesen Verschnitt der Bambusrohre.
Die Bambus-Leichtbau-Platte ist eine Sandwich-Konstruktion, in deren Mittellage sich Bambusabschnitte befinden. Das äußere Deckmaterial der Plattenkonstruktion besteht aus kreuzweise verleimten Schichten aus Bambusstreifen. Die Bambus-Leichtbau-Platte zeichnet sich durch die besondere Verarbeitungsweise der Bambusrohre aus. Die schräg abgeschnittenen Bambusstücke werden abwechselnd in Reihen mit entgegengesetzter Ausrichtung verklebt und bilden somit einen besonders druckstabilen Kern. Durch den schrägen Abschnitt der Rohre, vergrößert sich ihre Klebefläche. Damit können einwirkende Kräfte wie in einem Fachwerk optimal verteilt werden.
Als Anwendungsszenario der Sandwich-Konstruktion ist die Nutzung als Tischplatte vorgesehen. Als weitere Anwendungen können der Innenausbau, Messebau oder selbsttragende Leichtbauelemente im Außenbereich gefunden werden.
An der Entwicklung beteiligte sich das Materialforschungsinstitut CoDEM aus der Picardie mit Sitz in Amiens.

 

Bambus Leichtbauplatte Bambus Leichtbauplatte Bambus Leichtbauplatte Bambus Leichtbauplatte

 

BuildUp

Mit der kleinen Presse die der Designer Marc Ehrle aus Leipzig entworfen hat, ist es möglich, eine Vielzahl kleiner Papierbausteine selbst herzustellen. Kinder können mit diesem Spielzeug die in ihrer Fantasie erdachten Burgen, Brücken oder Türme in die Realität umsetzen, ohne dass sie durch eine begrenzte Anzahl an Steinen in ihrer Kreativität eingeschränkt werden.
Bevor BuildUP zum Einsatz kommt, muss ein zäher Papierbrei hergestellt werden. Dazu werden alte Pappverpackungen, Zeitungen oder Toilettenpapier zerkleinert und mit Wasser verrührt. Das überschüssige Wasser wird durch ein Sieb abgegossen. Anschließend wird der Papierbrei portioniert, in die Presse gefüllt und zu einem Baustein gepresst.
Der gesamte Vorgang - von der Bauplanung über die Produktion der Bausteine bis hin zum eigentlichen Bau - liegt mit diesem Spielzeug in Kinderhänden. Ganz nebenbei lernen die Kinder was Recycling bedeutet und mit welchem Aufwand es verbunden sein kann. Die Verpackung von BuildUP dient als erster „Rohstofflieferant“ für Bausteine, wodurch Verpackungsmüll entfällt.
Als Partner für den Prototypenbau wurde die Firma CDK-Zerspanungstechnik aus Saalfeld gewonnen.

 

BuildUp-MarcEhrleBuildUp-MarcEhrleBuildUp

 

Lampe Aura

In der Leuchte der Studentinnen Océane Delain und Béatrice Durandard aus Paris verbindet sich traditionelles Handwerk mit aktueller Technologie. Die auf flexiblen Leiterplatten untergebrachten LEDs werden mit in das Korbgeflecht eingewebt und können am Ende des Lebenszyklus leicht wieder vom Korbmaterial getrennt werden. Gefertigt wird die Pendelleuchte mittels regionaler Ressourcen: mit Rattan aus der Region und gemeinsam mit dem ortsansässigen Handwerk der Korbflechterei. Somit werden das traditionelle Handwerk sowie traditionelle Materialwahl wieder in den Fokus zeitgemäßer Gestaltung gerückt.
Gefertigt wurde die Leuchte von Vannerie Candas in Le Boisle und Norami Technologies in Camon.

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WKNFK

Die Architekten Daniel Schwabe, Julia Schilling und Julian Arons entwickelten ein Sandwich-Material aus Wabenkarton und naturfaserverstärktem Kunststoff für den Einsatz im Pontonbau. Die Basis des Materials bildet ein recycelter wasserfester Wabenkarton mit einer wasserfesten Deckschicht aus Karton. Auf diese Wabenkartonplatten wird bei der Herstellung der Pontonkonstruktion eine fugenlose Schicht aus naturfaserverstärktem Kunststoff aufgebracht, um die benötigte Wasserdichtigkeit zu erzeugen.
Der architektonische Entwurf setzt sich zudem mit den Anforderungen des Passivhausstandards, einer möglichst autarken Energieversorgung und der Anbindung an bestehende Infrastruktur auseinander. Des Weiteren wird auf Materialien und Komponenten zurückgegriffen, die in Thüringen wie auch in der Picardie häufig vorkommen bzw. dort entwickelt wurden.
Für das Sandwich-Material kommen alle verwebbaren Naturfasern, wie z.B. Jute, Hanf, Ramie oder Flachs in Betracht. Diese besitzen meist sogar bessere mechanische Eigenschaften als die konventionelle Glasfaser. Die Deckschicht bildet ein seewasseresistenter Gelcoat auf Kieselsäurebasis und mit angedicktem Naturharz.
Dipl. Ing. Martin Edelmann aus Jena konnte den Prototypen unter Vorgabe der innovativen Fertigungstechnik in seinen Werkstätten realisieren. Die Firma Schmuhl aus Liebschütz beteiligte sich als Sponsor und Partner am Prototypenbau.

 

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